Was fehlt den Russlanddeutschen? 

 

Der Generation ermüdeter Menschen fehlt Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen.

 

Neues und Unbekanntes macht  Menschen unsicher. Ein neues Land, neue Sprache, neue Menschen, neue Kultur. Man wird selber neu – es ist eine schwierige Umstellung. Man hat seine vertraute Umgebung verlassen und muss sich in einer neuen Gesellschaft  zurecht finden.

Das alte „gemeinsam“, das alte „wir“, das alte „Kollektivleben“ muss man aufgeben, hat man aufgegeben, man muss sich in das  „Einsam“ – also selber, alleine -  gewöhnen und das fällt vielen Russlanddeutschen sehr schwer.

 

Ich  hoffe, dass dieser Bericht Ihnen tiefere Kenntnisse und Einsichten  in das Alltagsleben von Russlanddeutschen in ihrem früheren Lebenszusammenhang vermitteln kann.

Zum Verständnis möglicher Adaptionsprobleme von Aussiedlern in der deutschen Gesellschaft reicht eben nicht nur die Kenntnis der „Wanderungsgeschichte“ der Deutschen aus Russland, sondern es bedarf tieferer Informationen über den gesamtgesellschaftlichen Lebenskontext eingebettet im politischen System und in der Bildungs- und Schullandschaft.

Auch gehört dazu das Wissen über die jeweilige Kultur der Menschen, mit denen Russlanddeutsche in der SU zusammengelebt und eine starke Beeinflussung erfahren haben.

 

In diesem Zusammenhang befand ich es als sinnvoll, das Schulsystem als Indikator für das russlanddeutsche Alltagsleben in der ehemaligen SU anzuführen, da Schule einen  breiten Lebensbereich einnahm und beeinflusste, die Reglementierungen des Sowjetischen Systems sichtbar werden sowie der Einfluss auf die Russlanddeutschen in den Zeiten der Sowjetunion transparent gemacht werden kann.