Ich heisse Natascha Quindt und bin im Jahre 1978 in Kasachstan geboren, wo ich meine Kindheit und Jugend verbracht habe.

Mit 19 Jahren habe ich zusammen mit meiner Familie meine Heimat verlassen, wo ich meine Oma und Kindheitsfreundin zurückgelassen habe. Alle anderen mir nahe stehenden Personen, sprich meine „große“ Familie und meine Freunde leben, jetzt auch hier.

 

 

Mein Heimatort heißt Krymski, der ca. 2000 Bewohner hatte. Der Sowchos wurde nach dem zweiten Weltkrieg gegründet. Während Sowjetzeiten gab es hier ein großer Kindergarten, eine staatliche Bibliothek, ein Bürgerhaus, Schule usw. Das Leben in so einem kleinem Dorf war interessant und erlebnisvoll. Heute wird nur die Schule am Leben erhalten. Das typische in meinem Heimatort war die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. Die unendliche, wunderschöne Steppen scharen sich um den Sowchos um.

Mein Start in BRD unterscheidet sich kaum von den Schicksalen de randeren Aussiedlerbiographien. Die erste Zeit habe ich in Schönebeck gelebt, wo ich einen langweiligen Sprachkurs besuchen sollte. Nach ein paar Monaten wurde es besser, weil ich einen Sprachkurs der Otto-Benecke-Stiftung in Hannover machen durfte. Hier habe ich viele interessante Menschen aus verschiedenen Ecken unserer ehemaligen Heimat kennen gelernt und bin seitdem mit ihnen befreundet. Danach habe ich das deutsches Abitur an dem Kolleg für spätausgesiedelte Abiturienten in Geilenkirchen „nachgeholt“. In dieser Zeit habe ich viele schöne Momente erlebt. Zur Zeit studiere ich Sozialpädagogik an der FH Köln.

Dank meinen kleinen Wanderungen durch Deutschland lernte ich unterschiedliche Orten mit ihren Besonderheiten und Nachteilen kennen.

 

 

In meine Freizeit pflege ich die Freundschaftsbeziehungen. Das gelingt mir nicht schwer, weil ich stundenlang quatschen kann und zuhören kann. Ich lese gerne die Bücher, wobei meine Lieblingswerke aus der russischen Literatur kommen. Besonders gerne aber mag ich unterwegs zu sein, gleich, ob mit einem Bus, Zug, oder Auto. Während der Fahrt genieße ich die Bewegung nach vorne, die ständig wechselnden Aussichten. Den sich im Horizont stützenden Weg fasziniert mich immer wieder. Dabei träume ich über die wunderbare Zukunft und denke über den manchmal problematischen Alltag nach.

Mein Lieblingstort ist die Küche. Hier verbringe ich gerne Zeit mit einer Tasse Tee und einem gutem Gesprächspartner.

In Deutschland habe ich meine Freunde gefunden, was mich sehr stolz macht.