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Ich bin in Russland in der sibirischen Stadt Nowokusnezk geboren. Nowokusnezk ist eine große Industriestadt mit ca. 700 000 Einwohner und wurde 1618 gegründet.Wie in vielen anderen Städten, in die die deutsche Volkszugehörigen vertrieben wurden, gab es auch in meiner Geburtsstadt viele Bergwerken, in denen überwiegend unter Tage Kohle abgebaut wurde. So wohnte auch ich in einer Privatsiedlung, die mehrheitlich aus Familien der Bergarbeiter bestand. Meine Großeltern und mein Vater arbeiteten ebenfalls in einem Bergwerk unter Tage, meine Mutter arbeitete in einer Poliklinik, die wiederum vorwiegend Familienmitglieder der Bergarbeiter versorgte.
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Als Kind habe ich, so wie viele
andere Nachbarskinder auch, keinen Kindergarten besucht ich wuchs mit zwei
jüngeren Brüdern auf und verbrachte viel Zeit draußen.
Die Natur spielte eine große Rolle in meinem Leben, denn meine Siedlung grenzte an einen Wald und überall gab es schöne Waldlichtungen und Wiesen. Alle unsere Spiele fanden draußen statt, sowohl im Sommer als auch im Winter. Wir spielten gerne viele Fantasiespiele, bei denen man viel entwerfen, ausdenken oder beschreiben musste, aber auch „Vater, Mutter, Kind“, „Krieg“ und Spiele wie „Fangen“ und „Verstecken“ waren unsere Lieblingsbeschäftigungen. Im Winter bauten wir riesige Figuren und lange Labyrinthtunnels aus dem Schnee. Als Jugendliche war ich mit meinen Freunden ebenfalls viel draußen, wir wanderten, picknickten, machten Feuer und erzählten uns verschiedene Geschichten. Mit sechs Jahren wurde ich eingeschult, meine Grundschule habe ich sehr gemocht.
Es war ein kleines, einstöckiges Gebäude mit nur vier Klassenräumen, einem Speisesaal und einigen anderen Zimmern. In der Schule herrschte sehr liebe, fast familiäre Atmosphäre und ideale Sauberkeit, wir liefen oft wie zu Hause einfach ohne Schuhe rum.
Nach 3 Jahren der Grundschule wechselte ich zur 2 km entfernter Mittelschule und absolvierte diese im Sommer 1992.
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Meine Eltern sind beide deutsche Volkszugehörige, beide wurden in Sibirien schon als zweite Generation der deutschen Vertriebenen geboren. Sie stammen beide von Familien der Deutschen aus der Wolgarepublik ab. Meine Großeltern wurden aus der damaligen deutschen Republik verbannt und als Zwangsarbeiter in die sibirische Stadt Stalinsk (heute Nowokusnezk) umgesiedelt. Der Großvater väterlicherseits kommt aus dem Wolgadorf „Wittmann, die Großmutter aus dem Dorf „Remler“, beide sind ursprünglich aus Hessen. Der Großvater mütterlicherseits kommt aus „Rosenberg“ und stammt aus Baden-Württemberg, meine Großmutter mütterlicherseits ist im Dorf „Niedermundschu“ ebenfalls an der Wolga geboren und kommt ursprünglich aus Rheinland. Meine Großeltern waren sehr wichtige Personen für mich in meiner Kindheit. Vor allem Großmutter mütterlicherseits verbrachte viel Zeit mit uns Kindern und erzählte Geschichten von der Wolga, der Vertreibung, der Zwangsarbeit und versuchte uns alte deutsche Bräuche und Sprache zu vermitteln. Dezember 1992 reisten meine Eltern, meine beide Brüder und ich nach Deutschland aus. Hier habe ich einen achtmonatigen Sprachkurs in Anrath/Krefeld besucht und anschließend einen Sonderlehrgang für spätausgesiedelte Abiturienten an Eichendorff Kolleg in Geilenkirchen absolviert. Im Oktober 1998 fing ich an der FH Köln Sozialpädagogik zu studieren und habe vor 2 Monaten mein Studium abgeschlossen. Zur Zeit arbeite ich als Honorarkraft auf einem Abenteuerspielplatz in Dormagen und suche eine Anerkennungsstelle als Sozialpädagogin. |