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Ich bin 1960 in Kasachstan, in einem Dorf am Fuße des Tjan-Schan Gebirges, ca. 50 km von der Hauptstadt Alma-Ata entfernt, geboren. Es war ein kleines Dorf mit 4 langen, breiten Straßen. Die Bewohner waren überwiegend Türken und Deutsche. Es gab aber auch einige russische, kasachische und Ujgurische Familien. Im Dorf gab es einen Laden, eine Schule, ein Kino, eine Krankenstation mit einer Krankenschwester, ein Verwaltungsgebäude (Kolchose) und einen Polizisten (unser Nachbar). Es war ein landwirtschaftliches Dorf. Hauptsächlich wurden Äpfel und Wein angebaut. |
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Alma-Ata heißt übersetzt: Stadt der Äpfel. Es wuchs aber auch alles andere Obst und Gemüse. Jede Familie bekam von der Verwaltung ca. einen Hektar Land zugewiesen. Auf diesem Stück Land baute sich jede Familie ein kleines Haus, einen Stall für die Tiere (Kuh, Schwein, Hühner, Kaninchen, Hund und Katze), der Rest wurde bepflanzt mit Obst und Gemüse, so daß es für den eigenen Gebrauch reichte. Es war ein grünes Dorf mit vielen alten Laubbäumen und Bächen, die die Bewohner mit sauberem Quellwasser aus den Bergen versorgten. Im Sommer und Winter glänzten die hohen Schneeberge in der Sonne. Es regnete selten.
Meine Eltern sind beide in der Ukraine geboren, wo sie bis zur Flucht im zweiten Weltkrieg wohnten. Als die Deutschen den Krieg verloren haben, und die Russen die bereits verlorenen Dörfer wieder einnahmen, flohen meine Eltern mit vielen anderen Rußlanddeutschen in Richtung Westen. Doch die Russen haben sie wieder zurückgeholt und in sibirische Arbeitslager verbannt. Nach der Verbannung sind sie dann in den Süden Kasachstans gezogen, wo ich dann geboren bin.
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Dort besuchte ich auch die Schule bis zum Jahre 1977. Nach der Schule arbeitete ich in der Kolchose, in einer Fabrik als Näherin, weil es für mich als Deutsche keine Möglichkeit gab, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. 1979 haben wir (meine Eltern, ich und mein Bruder mit seiner Frau und 4 Kindern) die Ausreisegenehmigung in die Bundes Republik Deutschland bekommen. Von 1982 bis 1985 studierte ich an der Fachhochschule Köln Sozialpädagogik.
Seit 1985 bin ich verheiratet mit Friedhelm Höck und wir haben 5 Kinder im Alter von 18, 16, 12, 9 und 3 Jahren. Nachdem ich das Studium 1985 abgebrochen habe, bin ich jetzt wieder an der Fachhochschule Köln eingeschrieben um das Studium der Sozialpädagogik zu beenden.
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